Japanisch nur Lesen lernen (ohne Schreiben)

    • Japanisch nur Lesen lernen (ohne Schreiben)

      Hallo zusammen,

      ich bin gerade fleißig dabei japanisch zu lernen mit dem Ziel, dass ich so schnell wie möglich japanisch lesen kann. Momentan bin ich noch dabei Hiragana und Katakana anzueignen. Dabei bin ich so vorgegangen, dass ich mir die Zeichen aufschreibe und eben gleichzeitig im Kopf die Aussprache merke. Diese Lernart kommt mir ziemlich gut vor, da ich während dem Schreiben mir gleichzeitig besser die Aussprache/Bedeutung merken kann.

      Nun ist es aber so, dass die Kana Zeichen noch eine überschaubare Anzahl an Zeichen haben - das gilt aber nicht mehr für die Kanjis. Die oben beschriebene Lernart ist zwar für mich ganz gut, da ich Schreiben und Lesen lerne, aber leider auch sehr zeit­in­ten­siv für mich. Beim Gedanken die Kanjis damit zu lernen lässt mich schon etwas schaudern.

      Jetzt zu meiner eigentlichen Frage. Wie oben beschrieben lerne ich japanisch mit dem Ziel, japanische Texte lesen zu können. Deshalb ist jetzt meine Frage, reicht es aus wenn ich die Kanjis nur "Lesen" lerne oder ist es aus Lern- und Verständnis-Gründen besser wenn ich diese auch gleichzeitig schreiben lerne? Ich habe schon viel über Kanjis gehört und auch dass es diverse Lernmethoden gibt, die ich aber mir noch nicht angeschaut habe. Aus diesem Grund wollte ich hier die Erfahrenen fragen, ob meine Überlegung so richtig ist und ich das Lesen so lernen kann oder ob es besser ist auch gleichzeitig das Schreiben zu lernen.

      Mir ist bewusst, dass das Er­ler­nen dieser Sprache viel Zeit und Mühe benötigt. Ich bin da auch gewillt diese Mühen reinzustecken, dennoch möchte ich das in einer möglichst schnellen Zeit lernen, da ich auch aus privaten und beruflichen Gründen nicht so viel Zeit habe. Deshalb möchte ich den bestmöglichsten und effizientesten Weg wählen.

      Hoffe jemand kann mir ein wenig Rat geben. Danke im Voraus :thumbup:


    • Herzlich Willkommen in der Welt der Masochisten :D

      Zwingend Erforderlich ist das schreiben können von Kanjis nicht, außer du möchstest Briefe und Texte mit der Hand schreiben.
      Für alles andere hat jedes/r Smartphone/PC Sofware die das umsetzten von Kana in Kanji übernehmen.

      Es gibt 2 Meinungen:
      Um Etwas zu erlernen muss man es immer wieder üben, und das schreiben ist eine intensivere Methode des übens,
      weil durch die Koordination von Hand - Auge die Merkfähigkeit erhöht ist.

      Andere meinen, sich das reine "Anschauen" der Kanjis langt, must es nur regelmäßig wiederholen
      Ich persöhnlich lerne auch das schreiben, und finde es geht beides gut.

      Must nur eisern dabeibleiben, denn schon "kurze" Faulheit rächt sich und man vergisst schnell mal wieder was.
      Vor allem wenn man nicht oft die Möglichkeit hat, dieses Wissen auch anzuwenden.

      Ich weiß nicht wie du lernen möchtest, es gibt viele verschieden Möglichkeiten, aber mir persphnlich gefällt diese Methode gut, benutze sie selbst.
      youtube.com/watch?v=8eCopJFBuiw

      がんばって
    • so ein karteikartensystem, das hatte ich schon damals bei meinen latein vokabeln. ich versuchs grade auf die weise:

      ich gehe in der reihenfolge vor, wie japanische schulkinder kanjis lernen.

      de.wikipedia.org/wiki/J%C5%8Dy%C5%8D-Kanji

      schreibe das 1. kanji auf (zb in eine tabelle) und schlage nach, wie es gelesen wird und was es bedeutet, das dann mit in die tabelle schreiben. warum so umständlich? weil ich denke, dass man sich so auch intensiv mit jedem einzelnen kanji befasst und es sich besser merkt. dann gehts weiter mit dem 2. kanji. und das wiederholst du dann eben, bis du klasse 1 geschafft hast. zwischendurch übe ich die kanji immer wieder, also ich schreibe sie und prüfe mich, ob ich mir die lesung und die übersetzung gemerkt habe. und wenn du mal die 1. Klasse durch hast, dann hast du 1. eine gute übersicht über die bereits gelernten kanji und 2. weißt du, auf welchem stand du bist. dann gehts halt weiter mit klasse 2.

      und noch ein paar tipps: manche kanji sind echt einfach zu lernen, mit eselsbrücken ist einem immer gut geholfen. beispiel:

      - Boku, Moku, ki, ko - dt. Baum oder Holz
      - Hon, moto - dt. Buch, Ursprung bzw. ein Zählwort für zylinderförmige gegenstände
      - Shin, mori - dt. Wald, Forst

      und? ist dir was augefallen?
      schau mal wie die kanji aussehen, das erste erinnert schon irgendwie an einen Baum, das letzte (3 bäume) ist ein wald und das buch (also papier) wird aus dem baum hergestellt und sieht deswegen auch so aus. (so merk ich mir das zumindest)

      es gibt ja fast immer eine on und eine kun lesung, ich kann auch nicht immer alle, ist aber auch garnicht immer wichtig, denn vieles ergibt sich schon aus dem zusammenhang

      - yama, san - dt. berg (das wirst du oft in landkarten sehen, daher einfach zu merken)
      - otoko - dt. mann (das siehst du am eingang von onsen auf einem blauen vorhang)
      - onna - dt. frau (das steht dann auf dem roten vorhang am onsen)


      viele kanji kann man sich zusammenreimen, wenn man nur die einzelnen radikale versteht, aus denen sie zusammengesetzt sind.

      so ich hoffe das hat geholfen, ich lern wie gesagt selbst noch, für fehler wird nicht gehaftet :P

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    • Hey,
      vielen Dank euch beiden für Antwort und die hilfreichen Vorschläge :)

      Haha, Masochist ist wirklich ein passender Begriff für dieses Vorhaben :D
      Ich habe selbst gemerkt, dass man sehr viel Disziplin haben muss, weil mir ist es schon passiert, dass ich die gelernten Zeichen vom Vortag am nächsten Tag wieder vergessen hatte.

      Ich gehöre zu den Auswendiglerntypen und habe schon zur Schulzeit mein Gehirn so antrainiert, möglichst viel Wissen in kurzer Zeit abzuspeichern. Deshalb wurde ich auch damals als "Bulimielerner" bezeichnet. Das ging dann gut bis zum Studium. Für das Studium musste ich diese Lernart aber modifzieren, weil das so nicht mehr geklappt hätte oder nicht die wünschenswerten Ergebnisse gebracht hatte (*ノ∀`*) Was für mich am Anfang beim Japanisch-Lernen erschreckend war, ist dass ich anfangs gar nicht mit dieser Methode klar gekommen bin bei den Kana Zeichen. Es war einfach nicht mehr dieses Lateinische Alphabet, das man so gewohnt war (wie jetzt im Französischen oder Spanischen). Für mich war das echt eine Umstellung. Mittlerweile geht es, aber ich glaube bei den Kanjis wird der nächste Schock kommen (´。• ᵕ •。`)

      tl;dr
      Ich denke ich werde zunächst das mit dem Karteikartensystem ausprobieren und ohne Schreiben probieren. Sollten sich Schwierigkeiten zeigen, werde ich zusätzlich die Schreibmethode aneignen.

      Eine Frage hätte ich noch und zwar ist es richtig, dass es für jedes Wort ein Kanji gibt? Und das jedes Kanji Wort in Hiragana/Katakana umgewandelt werden kann und andersherum?


    • FreakyLöle schrieb:

      Eine Frage hätte ich noch und zwar ist es richtig, dass es für jedes Wort ein Kanji gibt? Und das jedes Kanji Wort in Hiragana/Katakana umgewandelt werden kann und andersherum?


      du kannst mit hiragana jedes japanische wort schreiben. das machen aber nur grundschüler. mit katakana theoretisch auch, aber das macht niemand. katakana wird verwendet, um etwas hervorzuheben, oder um ausländische bzw. einjapanisierte wörter darzustellen, zb. コーヒー (gelesen Kōhī, dt. Kaffee)

      ps: das gute am katakana ist demzufolge, dass du es nur lesen können musst ^^ mit etwas englischkenntnis und vorstellungsvermögen ist die übersetzung selbsterklärend.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bleed4g ()

    • Meine Lehrerin hatte mir geraten von Grundschule aufwärts zu lernen.

      Das heißt Schuljahr 1 mit den Zahlen von 1- irgendwas und die elementaren Kanjis^^ usw.
      Ich kann dieses Halbjahr leider keine weiteren Sprachkurs nehmen... Es haben sich zu wenige eingeschrieben..

      Und sie meinte, dass es sehr wichtig ist, die einzelnen Radikale zu können, damit man direkt ableiten kann, welchen Kanji man vor sich hat :)
      Mal sehen ob ich mich alleine auch an Kanji wagen soll...
      Swinging from branches way up high
      Tempt him with a banana or fruit
      When he's hungry, he acts so cute!
    • netter thread, mal ne frage, haben kanjis eigentlich ein system, mit dem ich die bedeutung und aussprache eines unbekannten kanjis erkennen kann?


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      "Bis zum Marianengraben und darunter hinaus."
      Kapitän der MS Niveau, Spezialist für Tiefseetauchfahrten

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      there is a deed thou shalt aspire,

      ending thine foes by leadful fire.

      - Alchemists





      Bei Reseedanfragen PN me ^^
    • bleed4g schrieb:

      manchmal ja, manchmal nein.

      wenn man auf die radikale schaut, aus denen ein kanji zusammengesetzt ist.

      das kanji für "mann" besteht aus den Radikalen "Feld" und "Kraft", so ein interpretationsvermögen hat kein mensch... glaub ich ^^


      Ist aber ne gute Eselsbrücke...
      die Sache mit Japanisch...jaja...xD
      Ich habe jetzt kb den ganzen thread zu lesen, aber hier mal meine Meinung:

      Lerne Kanji zu screiben und zu lesen...no shit.
      Dein Hirn kann sich Sachen viel besser merken wenn es etwas mit mehreren anderen Begriffen, Bildern usw. beziehen kann.

      Wie das Kanji für Mann z.B.
      男 (otoko - Mann) wird ja aus 田 (ta - Feld) und 力 (chikara - Kraft) gebildet. Merk dir einfach die Bauern, die Kraft brauchten, um auf dem Feld den fucking shit abzuernten. Während du das Kanji lernst lerne auch, die Radikal Kanji dinger aus denen das Kanji zusammen gesetzt wird und schaffe die irgendwie ESELSBRÜCKEN. Und wenn du das Kanji dabei noch schreibst und laut vorliest merkst du dir 男 quasi mehrfach.
      Dein Hirn kann sich so auf viel mehr Sachen beziehen und sich den shit viel leichter merken.

      btw viele Kanji haben auch mehrere Aussprachen.. Kun-yomi (rein japanische lesung/Begriffslesung & On-yomi (sino-japsen lesung / Klanglesung)


      wenn du das nur Hobby mäßig machen möchtest würde ich eventuell überlegen nur die Kanasysteme einfach Kanji und die Grammatik (konjugation & partikel~) zu lernen
      weil das Kanjischriftsystem ist schon ein rieseger haufen ******* xD
      Grammatik hingegen relativ ezpz, auch wenn die Grammatik nichts mit unserer zu tun hat und Sachen manchmal einfach keinen Sinn ergeben...Grammatik ist glaube ich n bissel wie Türkisch aufgebaut aber kp kann kein Wort Türkisch~

      und wenn du das durchziehen willst auf jeden Fall dran bleiben....habe schon so viele Sachen vergessen, weil ich seit 8 Monaten nicht mehr regelmäßig Japanisch lerne D:

      ps. kb text richtig zu formatieren und shift taste zu drücken~

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bl4CkAdrian ()

    • jo, sagen wir mal z.b. man kommt drauf dass das Mann heißen soll wie kommt man bitte drauf das wort dann "otoko" auszusprechen wenn es aus den lauten "ta" und "chikara" besteht?

      genauso dass hier:

      wie kommt man bitte auf die aussprache?^^


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      Bei Reseedanfragen PN me ^^
    • Die Kanjis sind ja chinesische Schriftzeichen. Es wurden auf zwei Wegen die Schriftzeichen ins japanische übernommen.
      1.) Man nahm die Lesung aus dem Chinesischen oder
      2.) man hat die Bedeutung übernommen (und dann natürlich dafür schon ein eigenes Wort in der Sprache gehabt).
      Daher kommen die kun- und onyomi-Lesungen.

      (Bei "otoko" handelt es sich um die kunyomi (also die rein-japanische Lesung). Du darfst jetzt aber nicht denken, dass man zwei Zeichen nimmt ("ta" und "chikara") und diese Lesung dann auch kombiniert oder whatever????^^ Die ersten Schriftzeichen entstanden ursprünglichen aus Piktogrammen, also Verbildlichungen sozusagen. Deshalb kann man sich "Mann" = "otoko" auch gut mittels "Kraft"+"Feld" merken. Später gab es dann auch noch andere Entstehungsmöglichkeiten.
      Man hat also einfach die Vorstellung von einer Person die mit Kraft auf einem Feld arbeitet ein neues Wort kreiert.
      Man kann es natürlich nur herleiten, wirklich wissen kann man all das nicht. Aber es macht schon verdammt viel Sinn^^)

      btt:
      Das 'Kraft' und 'Feld' in "otoko" hat nichts mit dem Zeichen "otoko" zu tun. Also nichts bezüglich der Aussprache.

      Also zu deiner Frage: "Wie kommt man darauf, das Wort dann "otoko" auszusprechen":
      Die Aussprache "otoko" gab es bereits für dieses Wort und man hat einfach nur das Schriftzeichen aus dem Chinesischen genommen.


      Bei deinem Bild mit "onna" und "kashimashii" handelt es sich ebenfalls um die rein-japanische Lesung, also Erklärung gleich der obigen.


      Zum Lernen ganz kurz: Sobald man eine gewisse Anzahl an Kanjis erstmal drin hat, fallen einem weitere viel leichter! Denn viele Teile aus Zeichen kommen immer wieder vor, darunter auch die Radikale, die sogar Aufschluss geben können, ob es sich um die kun- oder onyomi handelt.


      EDIT: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass nur lesen lernen weniger erfolgreich ist. Dein Gehirn wird eine Verbindung zwischen den Kanjis, die du versuchst, lesen zu lernen, und dem Aufschreiben derer schlagen. Das hilft ungemein! Und es macht doch Spaß, diese zu schreiben.^^


      The Bird of the Hermes is my name,
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    • Danke sehr^^ Aber all die anderen Tipps waren auch äußerst hilfreich.

      Ich studiere Japanologie im letzten Semester (demnächst steht also die Bachelor-Arbeit an; ich lerne jetzt Japanisch seit über drei Jahren) und da lernt man so etwas relativ früh. Natürlich habe ich einiges weggelassen, weil es nicht direkt etwas mit der Frage zu tun hatte bzw. mit diesem Thread hier. Aber ich glaube auch, dass es einem hilft, wenn man das drum herum versteht.


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    • Ah, danke^^ Ich glaube, wir haben noch einige andere hier, die das ebenfalls studieren oder selbst sehr viel gelernt haben.^^

      Übrigens hierzu noch eine Ergänzung, die ebenfalls helfen kann:

      bleed4g schrieb:


      木 - Boku, Moku, ki, ko - dt. Baum oder Holz
      本 - Hon, moto - dt. Buch, Ursprung bzw. ein Zählwort für zylinderförmige gegenstände
      森 - Shin, mori - dt. Wald, Forst

      und? ist dir was augefallen?
      schau mal wie die kanji aussehen, das erste erinnert schon irgendwie an einen Baum, das letzte (3 bäume) ist ein wald und das buch (also papier) wird aus dem baum hergestellt und sieht deswegen auch so aus. (so merk ich mir das zumindest)

      Nun also die Ergänzung^^
      木bedeutet "Baum" oder "Holz", völlig korrekt (übrigens ein klassisches Piktogramm). Aber es gibt einen ethymologischen Grund, warum 本so verdammt ähnlich aussieht und eine Bedeutung davon "Ursprung" ist.
      Der extra Strich unten im Kanji soll von einem Baum der untere Teil des Stamms sein, aus dem ja alles erwächst - also Äste, Blätter usw. Der ganze Baum wächst aus dem Stamm heraus. Daher hat man den Strich an der Stelle reingepackt, um diese Stelle zu markieren und bämm, das ganze bedeutet dann "Ursprung".

      Und es gibt nicht nur 森=Wald. Die kleinere Form von einem Wald, ein Hain, heißt: 林 - Hayashi - dt. Hain.


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