Monikas Schuld

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      Monikas Schuld



      Monika hat mich verraten. Du hast es erst vor Kurzem erfahren. Sie kamen zu dir um mich zu finden. Hatten dir alles erzählt, was sie von mir zu wissen glaubten.
      Vermutlich stimmt ein Großteil davon sogar. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen.

      Sie haben dir Sachen berichtet, die du vermutlich abzustreiten versuchtest. Dinge, die du niemals hättest hören wollen und Aussagen,

      deren Glaubhaftigkeit du in Zweifel gesetzt hast.
      Ereignisse, die unmöglich so passiert sein können. Sie haben dir von mir erzählt. Was ich alles getan habe.

      Wie lange ich schon Tätigkeiten nachgehe, welche den meisten widerstreben.
      Mein Handwerk. Meine Dienste. Meine Aufgabe in dieser Welt.
      Einer schändlichen Welt voller abscheulich grausamer Menschen. Grässliche Biester.

      Hasserfüllte Geschöpfe, die von Macht und Gier getrieben, unaussprechliche Taten vollbringen.
      Sie erwirken sie selbst oder geben diese in Auftrag. Es gibt zu viele von ihnen.
      Diese hässliche Welt ist voller Monster.


      Du bist keines von ihnen. Du bist rein. Du hast diese Welt für mich erleuchtet und sie für eine ganze Zeit lang hell erstrahlen lassen. Du ließest mich wieder Glück empfinden. Gabst mir Hoffnung auf eine glanzvolle Zukunft, in der wir beide Bestand haben könnten. Die Momente an deiner Seite waren die schönsten in meinem Leben. Jede Sekunde deiner Anwesenheit erwärmte mein kaltes und stumpf gewordenes Herz. Der Anblick deiner wundervollen Haare, der Duft deiner Haut, die Tiefe deiner Augen. Alles, ja wirklich alles an deinem gesamten Antlitz ließ mich sprachlos werden und sogar das Atmen vergessen. Ich versuchte jeden unserer Momente einzufrieren, sie an mich zu ketten und auf ewig festzuhalten. Doch Monika hat uns das alles genommen.

      Nun ist es vorbei. Ich habe keine Wahl. Ich komme zu dir. Monika kennt alle Details meiner Geheimnisse. Ich lies sie unbeobachtet zurück. Sie wurde entdeckt und hat ihnen alles erzählt: Ihre Verbindung zu mir und wo sie mich finden. Mir rennt die Zeit davon. Sie sind sicherlich schon in meiner Zuflucht angekommen. Es wird nicht lange dauern, bis sie verstehen, dass ich dorthin nicht zurückkehren werde.
      Es gelang mir, dein Haus unbemerkt zu betreten. Die Wachen waren nicht schwer zu umgehen und nun schreite ich die Stufen des Treppenhauses zu dir hinauf. Schon stehe ich vor deiner Tür. Mein Schlüssel passt immer noch und so ist es mir ein Leichtes, deine Wohnung zu betreten.
      Mir scheint, als hättest du mich erwartet.


      Ich betrete dein Zuhause. Alles ist wie immer, nur vollkommen anders. Keine Musik. Keine freudestarken Klänge, die in der Luft vibrieren.
      Eine schweigsame Stille regiert.
      Beim Öffnen der Tür zu deinem Schlafzimmer kann ich dich schluchzen hören.
      Dein Wimmern wird durch ein Kissen gedämpft, auf welchem du eng umschlungen deine Tränen erdrückst. Ich lasse dich meine Anwesenheit bemerken.

      Du setzt dich auf und siehst mich von der Mitte deines Bettes aus an. Kummer bestimmt deine Mimik. Schwermut überschattet deinen Ausdruck.
      Du wusstet, dass ich zu dir kommen würde. Hast mich herein gelassen, obwohl dir bewusst war,
      was geschehen wird, was ich zu tun habe.

      Du fragst mich, ob es wahr sei, ob es so enden müsse und warum ich nicht einfach geflohen sei.

      Ja das ist es...
      Ja das muss es...
      Weil ich es so nicht kann...





      Monika trifft keine Schuld. Ich hätte es wissen müssen. Unsere Zeit war begrenzt, hatte ein Verfallsdatum. Es konnte nicht ewig gut gehen.ICH bin der Grund dafür. Meine Taten lassen es nicht zu. Mein Wesen ist nicht dazu bestimmt, Glückseligkeit zu empfangen und weiterzugeben.
      Niemandem wird Gnade zuteil...
      Ich muss es nun zu Ende bringen...


      In kleinen routinierten Schritten bewege ich mich leise auf dein Bett zu. Du erblickst den Gegenstand in meiner Hand und obwohl du weist, was nun geschehen würde und was meine Pflicht ist, weichst du nicht zurück.

      Ich setzte mich zu dir. Du bist angespannt und dein Blick durchdringt den meinen.
      Erwartungsvoll gibst du dich mir hin.




      Kalter veredelter Stahl geformt zu einer nadelförmigen, in etwa 8mm starken und ausnehmend scharfen Klinge durchbricht die Kleidung. Findet schnell ihren Weg durch die obersten Hautschichten und öffnet zielsicher die Arterien. Ein spitzer kurzer Schmerz. Kein Schrei. Es wird nicht lange dauern, bis der Blutverlust zum Exitus führt. Ich befreie die Klinge und schließe dich in meine Arme. Du weinst leise.
      Das Herz pump immer weiter und gibt die Energie frei, welche in Wellen aus der Wunde bricht.
      Du presst deine Augen fest zusammen und legst deinen Kopf auf meine Brust. Ich halte dich fest umschlossen und streichle dein Haar. Einzelne Tränen entrinnen meinen Augen, während ich diese schließe. Ich flüstere dir ein letztes Mal zu: „Ich liebe dich.“


      Monikas Schwester lässt einen hellen metallischen Ton erklingen, als sie aus meiner nahezu leblosen Hand gleitet und zu Boden fällt.
      Im Moment meines letzten Atemzugs beugst du dich über mich und sagst:„Ich liebe dich auch.“
    • So. Da ist nun mein neues Werk. Ich hoffe es findet Anklang. Ich bin für jedes Feedback dankbar.

      Falls etwas unklar sein sollte, helfe ich auch gerne weiter.

      PS: Warum im Letzten Satz diese (i) zu sehen sind, ist mir ein Rätsel. Waren einfach da und gingen nicht mehr weg.

      Grüße!



      ~edit~
      Diese "(i)" sind Überreste einer unglücklichen Verschachtelung von BBCodes. Werden diese nicht in der richtigen Reihenfolge geöffnet und geschlossen, kann das System sie nicht korrekt umsetzen. Wurden entfernt. // Dark-Chiaki
    • das ist...interessant.
      ja, doch, durchaus.
      ein wenig quer, aber interessant.

      und wie ich früher an dieser Stelle geschrieben hätte:
      "Kopfkino lief an, gute Arbeit."

      es ist kurz und man denkt länger darüber nach als man zum lesen braucht.
      gerade das macht es so interessant.
      glaub ich...
      hells torrent rulez:
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      1. Es gibt keine toten Torrents. Nur inaktive oder komatöse. :fine:
      2. Jeder meiner Torrents wird mindestens einen Monat on gehalten.
      3. Ist ein Torrent jünger als einen Monat und inaktiv, bin ich wahrscheinlich arbeiten. Oder penn0rn. Selten beides.
      4. Ist ein Torrent inaktiv und älter als einen Monat → 5.
      5. RESEED – WER NICHT FRAGT KANN´S NICHT BEKOMMEN. [/b]
      Schreibt mir ´ne PN oder stellt ´nen Antrag.
      6. Sollte ein Reseed meinerseits nicht möglich sein, erfahrt ihr es von mir.
      7. „Danke!“ zu sagen ist optional. Allerdings wertet es meine Releases auf und freut mich auch persönlich.
      Außerdem kassiert ihr 5Gil.
    • so nun, eigentlich lese ich keine geschichten hier im forum. das ist jetzt das erste mal, dass ich überhaupt eine gelesen habe. angeklickt, aus langeweile und weil mir der thread ins auge gesprungen ist. und dann hab ich hells positives feedback gelesen und dachte mir so, ok es ist ja nicht so viel, les ich es halt mal durch.

      gut geschrieben: ja
      regt zum nachdenken an: ja

      ABER

      Das liegt daran, dass ich genug hatte von Animes die mich mitfühlen ließen, Erwartungen aufbauten und Hoffnungen schürten nur um diese zu brechen und mich zerstört zurück ließen. (Post-Anime-Syndrom)

      Jetzt hast du genau das getan: mich zerstört zurück gelassen. warum muss die story so ein bitteres ende haben? es ist zwar nur meine bescheidene meinung aber in meinem kopf kann ich das problem "warum tötest du sie, wenn du sie liebst?" nicht nachvollziehen. und es lässt mich grübeln aber ich komme auf keinen grünen zweig und das frustriert.

      :oh.depressiv:
    • bleed, schon Stephen King sagte mal in einem Interview
      über seine Art zu schreiben:
      "es ist schließlich so, dass alle die wir liebgewinnen am Ende sterben."
      ist halt so. ist Kacke, aber ist halt so.

      ich hatte auch die ganze Zeit überlegt, woran mich die Geschichte erinnert.
      jetzt kam ich endlich drauf.
      >daran<
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    • Wow!

      Also wenn ich mit Stephen King verglichen werde, habe ich wohl alles richtig gemacht.
      Ein Freund hat mich ebenfalls mit ihn in Verbindung gebracht.

      Die Geschichte hatte es zum Ziel, die Leser zum nachdenken zu bemühen.
      Die meiseten geraten beim Ende ins stolpern. Ich gebe folgenden Rat: Lest den letzten Absatz Wort für Wort.

      Ich beantworte gerne Aufkommende Fragen und reagiere auf jegliches Feedback.

      Grüße!